911 1965: Sportliche Eleganz in Perfektion

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Team Motopark hat in seiner Werkstatt einen frühen Porsche 911 aus dem Jahr 1965 restauriert. Chef-Mechaniker McEntee erläutert, auf was es bei diesem Projekt ankam.

Unter der Leitung von Mark McEntee haben die Motopark-Mechaniker die Eleganz eines legendären 911er aus dem Jahr 1965 wieder zum Vorschein gebracht.
„Das Auto befand sich in einem sehr guten Grundzustand, als es in unserer Werkstatt eintraf“, sagt Mark McEntee. „Das ist sehr selten.“ Ihm zufolge konnten alle originalen Karosserieaußenteile des Porsche, der einst US-Baseball-Star Don Mattingly gehörte, erhalten werden.

Das Auto selbst wurde nie geschweißt, was bei Urporsches heutzutage sehr selten geworden ist. „Unser Ziel war es, die größtmögliche Originalität des Fahrzeuges zu erhalten“, erläutert der Chefrestaurator. Mit bester handwerklicher Qualität wurden die vorhandenen Teile restauriert, anstatt diese zu ersetzen.

Das Ergebnis beeindruckt: Alle spezifischen Merkmale, die ausschließlich 911er aus dem Produktionsjahr 1965 aufweisen, konnten erhalten werden. Motor, Getriebe und Chassis entsprechen dem Auslieferungszustand vom 14. Juli 1965 und sind Matching Numbers. „Das Ergebnis ist ein authentisches Fahrzeug, dessen Geschichte seine neuen Besitzer bis ins Jahr 1965 zurückverfolgen können“, sagt Mark McEntee.

Solch ein Projekt nimmt eine Menge Zeit in Anspruch – 1000 Arbeitsstunden sind in jedes noch so kleine Detail des 911ers geflossen. Was unterscheidet die Arbeit im Vergleich zur Restauration anderer Oldtimer? „Einen Teil der Faszination macht sicherlich die Unternehmensgeschichte von Porsche aus“, sagt Mark McEntee. Bei Projekten in der Classic-Werkstatt sei es entscheidend, die exakten Vorstellungen des Kunden zu ermitteln, um auf Grundlage der Vergangenheit des Autos die richtige Restaurationsmethode auszuwählen. „Unser Ziel ist es, den Kunden sprachlos zu machen, wenn er das fertige Auto zum ersten Mal sieht und seine Erwartungen mit dem Resultat zu übertreffen“, sagt er.

Die Geschichte dieses Porsches hat Mark McEntee diesmal besonders gefesselt. Die Erstauslieferung erfolgte 1965 in Stuttgart durch den Händler Hahn an einen Angehören der US Armee. Der Mann aus Kalifornien nahm den Porsche mit in die USA, nachdem er aus Deutschland zurück in die Staaten beordert wurde. Der nächste Besitzer war schließlich kein Geringerer als Don Mattingly: eine Baseball-Legende aus den USA, der heute Trainer bei den LA Dodgers ist. Die Historie des Wagens ist außerordentlich gut dokumentiert. Belege aus der Zeit sind noch vorhanden, was den Sammlerwert enorm steigert.

Das Auto wurde hier in Deutschland um das Jahr 2000 wieder re-importiert und dann bei Gleichmäßigkeits-Motorsport-Veranstaltungen eingesetzt. Von dem Besitzer erstand Motopark-Chef Timo Rumpfkeil diesen besonderen Wagen Anfang 2015, um ihn in den Originalzustand zurück zu versetzen.

Der Neuseeländer Mark McEntee arbeitet seit sechs Jahren für Timo Rumpfkeils Team in Oschersleben. Er kam eigentlich nach Europa, um in der Rennindustrie Fuß zu fassen. So war er zunächst in der Formel 3 sowie in der DTM tätig. Später entschied er sich, in die Classic-Werkstatt von Team Motopark zu wechseln. Sein aktuelles Projekt ist ein Porsche 964 im Retro-Look, der im Januar 2017 fertiggestellt wird. Danach stehen eine Reihe weiterer anspruchsvoller Arbeiten an: die Restaurierung eines Porsche 911 1966 sowie eines 911 1965 und ein Porsche 1965-Rennwagen-Aufbau.

Zum Hintergrund: Im September 1963 stellte Porsche auf der IAA in Frankfurt mit dem Porsche 901 den Nachfolger des Porsche 356 der Öffentlichkeit vor. Ein Jahr später, also ab dem Modelljahr 1965, begann die Serienfertigung des kurz darauf in 911 umbenannten Modells. Der zunächst nur als Coupé gebaute 911 hatte eine selbsttragende Karosserie und wurde von einem neuen 2,0-Liter-Sechszylinder-Boxermotor angetrieben, der zunächst 130 PS leistete. Bei Sammlern sind die Fahrzeuge aus dem ersten Produktionsjahr 1965 besonders gefragt.

Hier seht ihr den Porsche 911 1965 in action.