Dennis Layher: Vom RC Car zum Formelwagen

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Dennis Layher ist Projektleiter in der Formel 4-Abteilung von Team Motopark. Seine "Krabbelgruppe" betreut er mit viel Geduld und einem gewissen Hang zur Perfektion.

"Die Krabbelgruppe macht mir besonders Spaß", sagt Dennis Layher und lächelt. Layher ist Projektleiter in der Formel 4 und mit einer Fülle unterschiedlicher Aufgaben betraut. Zum Einen bringt er den Nachwuchstalenten, die meist direkt aus dem Kartsport kommen, den Formelsport näher. Gemeinsam mit den Renningenieuren analysiert er in der Datenauswertung Tests und Rennen und entwickelt das fahrerische Können sowie das Set-Up der Autos weiter.

"Gute Fahrer zeichnet aus, dass sie das, was man ihnen zeigt, auch anwenden", sagt er.
Gute Fahrer – das sind für ihn zum Beispiel Antonio Felix da Costa, Marvin Kirchhöfer, Pipo Derani und Beitske Visser. Sie hat er auf ihren ersten Schritten im professionellen Rennsport begleitet. Dabei spiele es seiner Meinung nach keine Rolle, ob Frau oder Mann im Cockpit sitzt. „Beitske und Sophia Flörsch standen ihren männlichen Konkurrenten in nichts nach“, ist er überzeugt. "Die nötige Kraft bringen auch sie auf. Der Unterschied ist nur, dass auf eine Million Jungs im Kartsport nur eine Handvoll Mädchen kommt." Daher gelingt letztlich nur wenigen Frauen der Sprung in den Formelsport.

Geboren wurde Dennis Layher im August 1979 als Sohn einer Deutschen und eines Kenianers in Warendorf bei Bielefeld. Schon in seiner Jugend packte ihn die Lust am Rennsport. Acht Jahre lang war er selbst aktiver Motorsportler - wenn auch mit denkbar wenig PS unter der Haube: Mit ferngesteuerten Autos, RC Cars, fuhr er Rennen in der Region. In der Schule interessierte er sich "eher für Mathe als für Deutsch", sagt er heute.

Nach dem Abschluss lernte er Dreher bei einem gefragten Maschinenbauer. Dort kreuzte der Motorsport seinen Weg. "Wir haben viele Teile für Rennautos hergestellt", sagt er. Irgendwann haben diese Aufträge, beispielsweise für Messvorrichtungen, Überhand genommen. Bei der Firma aus Rietberg bestellt Team Motopark heute noch Spezialanfertigungen.

Sein erster Einsatz für Team Motopark liegt nunmehr zehn Jahre zurück. Er kann sich gut an jenes Wochenende erinnern, als er nach Braga in Portugal reiste. Schnell war klar: Das Akkurate, Genaue und das Streben nach Perfektion haben er und Teamchef Timo Rumpfkeil gemeinsam. Der allererste Fahrer, den er betreute, war Antonio Felix da Costa. Nach einem Abstecher in die DTM ist Dennis Layher seit 2015 wieder fester Bestandteil des Teams.

Privat lebt er im hippen Berlin Friedrichshain. Von dort aus pendelt er nach Oschersleben. In Berlin geht er gerne Joggen und Fahrradfahren. So hält er sich fit. Das viele Reisen sei von der Hauptstadt aus unkompliziert.

Generell stört er sich wenig am turbulenten Lebensstil im Motorsport mit vielen langen Arbeitstagen und Wochenenden in der Ferne, an denen er aus dem Koffer lebt. Am spannendsten findet der 37-Jährige die Veranstaltungen auf dem Red Bull Ring bei Salzburg. „Das Ambiente passt.“ Sein Lieblingssportler ist übrigens Valentino Rossi. Ob er selbst auch gerne auf dem Motorrad Gas gibt? „Nein, privat fahre ich entweder Bahn oder Smart.“